Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s1.3
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s1.3
- Language
- German
v1.c8.s1.3
Das Wort »Veda« bedeutet »Wissen«, dann »das Wissen par excellence«, d. h. »das heilige, das religiöse Wissen«, und es bezeichnet nicht ein einzelnes litterarisches Werk, wie etwa das Wort »Korán«, auch nicht eine zu irgendeiner Zeit veranstaltete, in sich abgeschlossene Sammlung einer bestimmten Anzahl von Büchern, wie das Wort »Bibel« (das »Buch par excellence«) oder wie das Wort »Tipiṭaka«, die »Bibel« der Buddhisten, sondern eine ganze groſse Litteratur, welche im Laufe von vielen Jahrhunderten entstanden und jahrhundertelang durch mündliche Überlieferung von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt worden ist, bis sie schliesslich von einem jüngeren Geschlecht — aber auch schon in grauer Vorzeit — ebensowohl wegen ihres hohen Alters wie wegen ihres Inhaltes als »heiliges Wissen«, als »göttliche Offenbarung« erklärt wurde. Es ist hier nicht von einem »Kanon« die Rede, der auf irgendeinem Konzil festgestellt worden wäre, sondern der Glaube an die »Heiligkeit« dieser Litteratur ergab sich gewissermassen von selbst und wurde nur selten ernstlich bestritten.
Cites (1)
- Tipiṭaka (Theravāda) — Pāli