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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s10.7

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s10.7

Language
German

v1.c8.s10.7

Es soll in denselben irgendein Wissen systematisch in gedrängter Kürze dargestellt werden, so daſs es der Schüler leicht auswendig lernen kann. Es gibt wohl in der ganzen Litteratur der Welt nichts Ähnliches wie diese Sūtras der Inder. Dem Verfasser eines solchen Werkes ist es darum zu tun, in möglichst wenigen Worten — selbst auf Kosten der Klarheit und Verständlichkeit — möglichst viel zu sagen. Der Grammatiker Patañjali hat den oft zitierten Ausspruch getan, daſs ein Sūtraverfasser sich über die Ersparnis eines halben kurzen Vokals ebenso freue wie über die Geburt eines Sohnes. Nur durch Beispiele ist es möglich, eine Vorstellung von der ganz eigenartigen aphoristischen Prosa dieser Werke, dem Sūtrastil, zu geben. Was in den beiden folgenden Stellen in unserer Übersetzung in Klammern gegeben ist, muſs ergänzt werden, um den Sinn der abgerissenen Worte verständlich zu machen: