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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.111

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.111

Language
German

v1.c8.s2.111

Selbst die eigentlichen Agnimythen sind nur aus der dichterischen Bilder- und Rätselsprache hervorgegangen. Agni hat drei Geburten oder drei Geburtsstätten. Am Himmel glüht er als das Feuer der Sonne, auf Erden wird er von den Menschen aus den beiden Reibhölzern erzeugt, und als der Blitz wird er im Wasser geboren. Da er mit Hilfe von zwei Reibhölzern (Araṇis) erzeugt wird, heifst es, dafs er zwei Mütter hat, — und »kaum ist das Kind geboren, frifst es die beiden Mütter auf« (Rv. X, 79, 4). Ein älterer Dichter aber sagt: »Zehn unermüdliche Jungfrauen haben dies Kind des Tvaṣṭar (d. h. den Agni) hervorgebracht« (Rv. I, 95, 2), womit die zehn Finger gemeint sind, welche beim Feuerquirlen verwendet werden mufsten; und da es nur durch grofse Kraftanstrengung möglich war, das Feuer durch das Quirlen aus den Hölzern herauszubringen, heifst Agni im ganzen Rigveda »der Sohn der Kraft«.

Cites (1)