Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.138
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.138
- Language
- German
v1.c8.s2.138
Zu diesen Opferliedern gehören unter anderen auch die sogenannten Āprīsūktas »Beschwichtigungshymnen« (d. h. Hymnen zur Beschwichtigung oder Versöhnung bestimmter Gottheiten, Dämonen und gewisser persönlich gedachter, mit dem Opfer verbundener Gegenstände). Diese Hymnen, deren es zehn in der Rigveda-Saṃhitā gibt, haben eine ganz bestimmte Verwendung beim Tieropfer. Sie bestehen alle aus elf oder zwölf Versen, und Agni wird in denselben unter verschiedenen Namen angerufen, daſs er die Götter zum Opfer herbeibringe. Im vierten oder fünften Vers werden die Priester aufgefordert, das heilige Gras hinzustreuen, auf dem die Götter sich niederlassen sollen, um die Opfergaben entgegenzunehmen. Auch gewisse Göttinnen werden in diesen Hymnen regelmäſsig angerufen, und der vorletzte Vers enthält gewöhnlich eine Anrufung an den Pfosten, welcher zum Anbinden des Opfertieres dient, z. B.: »O göttlicher Baum, lasse die Opferspeise zu den Göttern gehen«.