Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.157
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.157
- Language
- German
v1.c8.s2.157
Nur ganz schüchtern wagt der Dichter eine Antwort auf die Frage nach dem Ursprung der Welt. Er denkt sich den Zustand vor der Schöpfung als »Finsternis von Finsternis umhüllt«, weithin nichts als eine undurchdringliche Wasserflut, bis durch die Macht des Tapas, der Hitze (wohl einer Art »Bruthitze«), »das Eine« entstand. Dieses »Eine« war bereits ein intellektuelles Wesen; und als das erste Erzeugnis seines Geistes — »des Geistes erster Same«, wie der Dichter sagt — entstand Kāma, d. h. »Begierde, Sinnenlust«¹), und in diesem Kāma »haben die Weisen, im Herzen forschend, durch Nachdenken den Zusammenhang des Seienden mit dem Nichtseienden gefunden«. Doch nur leise Andeutungen wagt der Dichter zu geben, bald regen sich wieder Zweifel, und er schliefst mit den bangen Fragen: