Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.162
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.162
- Language
- German
v1.c8.s2.162
Wohl tritt in den meisten philosophischen Hymnen des Rigveda der Gedanke an einen Weltschöpfer hervor, der bald Prajāpati, bald Brahmaṇaspati oder Bṛhaspati, bald Viśvakarman heifst, der aber immer noch als ein persönlicher Gott gedacht ist. Aber schon in dem eben zitierten Vers scheint es dem Dichter zweifelhaft, ob die Schöpfung »gemacht« oder auf andere Weise entstanden ist, und das schöpferische Prinzip erhält in dem Gedicht keinen Namen, sondern es heifst »das Eine«. So bereitet sich schon in den Hymnen der groſse Gedanke von der Alleinheit vor, der Gedanke, daſs alles, was wir in der Natur sehen und was der volkstümliche Glaube als »Götter« bezeichnet, in Wirklichkeit nur der Ausfluſs des Einen und Einzigseienden, daſs alle Vielheit nur Schein ist — ein Gedanke, der eigentlich schon klar und deutlich in dem Vers Rv. I, 164, 46 ausgesprochen ist:
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- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit