Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.174
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.174
- Language
- German
v1.c8.s2.174
Ob und wie Purūravas mit der Geliebten wieder vereint wird, ist weder aus dem Rigveda noch aus dem Śatapatha-Brāhmaṇa ganz klar. Es scheint, daſs er in einen Gandharva verwandelt wird und in den Himmel gelangt, wo ihm erst die Seligkeit der Wiedervereinigung zuteil wird. Die Geschichte von Purūravas und Urvaśī ist in Indien oft wiedererzählt worden; sie wird in dem zum schwarzen Yajurveda gehörigen Kāṭhaka kurz angedeutet, sie wird in vedaexegetischen Werken, in dem Harivaṃśa, einem Anhang zum Mahābhārata, im Viṣṇu-Purāṇa und in dem Märchenbuch Kathāsaritsāgara wiedererzählt, und kein geringerer als Kālidāsa hat aus ihr eines seiner unsterblichen Dramen geschaffen. Wie weit aber der Rigveda zeitlich hinter allem, was wir von indischer Litteratur besitzen, zurückliegt, beweist der Umstand, daſs trotz aller Bemühungen, die Verse des Rigveda mit den späteren Erzählungen in Einklang zu bringen und letztere zur Erklärung des rigvedischen Gedichtes zu verwenden¹), in diesen Versen noch vieles dunkel und unaufgeklärt bleibt.
Cites (7)
- Kathāsaritsāgara — Somadeva Bhaṭṭa, Sanskrit
- Kāṭhakabrāhmaṇa — Sanskrit
- Mahābhārata — Vyāsa, Sanskrit
- Harivaṃśa — Vyāsa, Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Viṣṇupurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Śatapathabrāhmaṇa — Yājñavalkya & Śāṇḍilya (Vedic teacher), Sanskrit