Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.24
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.24
- Language
- German
v1.c8.s2.24
Wie sehr es bei den altindischen Metren auf die Silbenzahl und wie wenig auf den Rhythmus ankommt, beweisen noch die in den Brāhmaṇas und Upaniṣads vielfach vorkommenden Spekulationen über die mystische Bedeutung der Metren, wobei die Zahlenmystik im Spiele ist, — wenn es z. B. mit seltsamer Logik heifst: »Die Wörter bhūmi (Erde), antarikṣa (Luftraum) und dyu (Himmel) bilden acht Silben. Ein Gāyatrī-Pāda besteht aus acht Silben. Daher gewinnt derjenige, der die Gāyatrī kennt, die drei Welten« ¹). Daſs aber die Metren in der Mystik des Rituals eine so ungeheure Rolle spielen, daſs sie, als göttliche Wesen gedacht, sogar Opfer empfangen ²), daſs sich die Mythologie mit ihnen beschäftigt, so insbesondere mit der Gāyatrī, die in Vogelgestalt den Soma vom Himmel holt, daſs sie wie andere Wesen von Prajāpati geschaffen werden ³), — alles das deutet auf das hohe Alter dieser Metren hin, die man sich als in unvordenklicher Zeit entstanden dachte. So ist das Alter der Metren auch ein Beweis für das Alter der Hymnen selbst.