Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.36
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s2.36
- Language
- German
v1.c8.s2.36
so preist ein vedischer Sänger den Gott Indra ob des Wunders, daſs er die glänzendweiſse Milch in die roten und schwarzen Kühe gelegt habe. Die hohe Wertschätzung des Rindes hinderte aber nicht, daſs man Kühe und besonders Stiere bei den Opfern schlachtete; auch ihr Fleisch wurde gegessen. Ein Verbot der Kuhtötung gab es in der ältesten Zeit nicht. Auch das Fell der Rinder wurde verwendet. Der Gerber verarbeitete es zu Schläuchen, Bogensehnen und Riemen. Es gab auch sonst schon mancherlei Gewerbe. Da war vor allem der Holzarbeiter — zugleich Zimmermann, Wagner und Schreiner —, der namentlich den Wagen zimmerte. Es gab Metallarbeiter, Schmiede, die sich eines Vogelfittichs als Blasebalgs bedienten. Die Schiffahrt war noch in den ersten Anfängen. Ein mit Rudern versehener Kahn, wohl nur aus einem ausgehöhlten Baumstamm bestehend, diente zum Befahren der Flüsse. Das Meer haben die vedischen Inder wohl gekannt, ob es aber schon einen ausgedehnten Seehandel gegeben hat, ist zum mindesten höchst zweifelhaft²). Hingegen ist es sicher, daſs es Händler gab und ein ausgedehnter Handel getrieben wurde, wobei Rinder und Schmuckgegenstände von Gold die Stelle des Geldes vertraten. Nebst Rindern und Rossen ist es hauptsächlich Gold, was die vedischen Sänger von den Göttern erflehen und von reichen Opferherren als Spenden erhoffen.
Linked texts (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit