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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.10

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.10

Language
German

v1.c8.s3.10

die spätere Entstehungszeit der Saṃhitā. Wir begegnen hier denselben Göttern wie im Ṛigveda — Agni, Indra u. s. w. —, aber sie sind ihrem Charakter nach ganz verblaſst, sie unterscheiden sich kaum einer von dem andern, ihre ursprüngliche Bedeutung als Naturwesen ist zum groſsen Teil vergessen; und da es sich ja in den Zauberliedern hauptsächlich um Vertreibung und Vernichtung von Dämonen handelt, werden auch die Götter nur zu diesem Zwecke angerufen, — sie sind alle zu Dämonentötern geworden. Auf eine jüngere Zeit weisen endlich auch diejenigen Hymnen des Atharvaveda hin, welche theosophische und kosmogonische Spekulationen enthalten. Wir finden in diesen Hymnen bereits eine ziemlich ausgebildete philosophische Terminologie und eine mit der Philosophie der Upaniṣads auf gleicher Stufe stehende Entwicklung des Pantheismus. Daſs aber selbst diese philosophischen Hymnen zu Zauberzwecken verwendet werden, daſs z. B. ein philosophischer Begriff wie Asat, »das Nichtseiende«, als ein Mittel zur Vernichtung von Feinden, Dämonen und Zauberern verwendet wird¹), zeigt, daſs wir hier bereits eine künstliche und sehr moderne Entwicklung des alten Zauberwesens vor uns haben.