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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.126

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s3.126

Language
German

v1.c8.s3.126

Deussen¹) hat sich unendliche Mühe gegeben, in den »philosophischen« Hymnen des Atharvaveda Sinn und Verstand zu entdecken und einen gewissen Zusammenhang herzustellen. Er findet z. B. in Ath. X, 2 und XI, 8 den Gedanken der »Verwirklichung des Brahman im Menschen« behandelt, und zwar in X, 2 »mehr von der physischen, teleologischen«, in XI, 8 »mehr von der psychischen Seite her«²). Ich kann so viel Philosophie in diesen Hymnen nicht entdecken; ich glaube vielmehr, daſs wir es auch hier nur mit Pseudophilosophen zu tun haben, die nicht eine neue Lehre von der Weltseele im Menschen verkündeten, sondern die diese Lehre bereits fertig vorfanden und in mystisch verworrener Zusammenhangslosigkeit vortrugen. Während in einem berühmten Hymnus des Rigveda (X, 121) ein tiefer Denker und ein wahrer Dichter in kühnen Worten auf die Groſsartigkeit des Kosmos hinweist und zweifelnd nach dem Schöpfer fragt, zählt uns im Atharvaveda X, 2 ein Versifex alle Glieder des Menschen der Reihe nach auf und fragt, wer sie geschaffen:

Cites (2)