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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s7.41

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s7.41

Language
German

v1.c8.s7.41

So kommt es schlieſslich dahin, daſs der Brahmane nicht mehr ein »Menschengott« neben den himmlischen Göttern ist, sondern daſs er sich über die Götter erhebt. Schon im Śatapatha-Brāhmaṇa⁴) heiſst es: »Der von einem Ṛṣi stammende Brahmane fürwahr ist alle Gottheiten,« d. h. in ihm sind alle Gottheiten verkörpert. Diese Überhebung der Priester, die uns in den Brāhmaṇas in ihren Anfängen entgegentritt, ist nicht nur kulturhistorisch als ein Beispiel von Priesterüberhebung von gröſstem Interesse, sondern sie ist auch die Vorstufe einer Erscheinung, die wir durch das ganze indische Altertum verfolgen können, und die — meine ich — tief im Wesen des indogermanischen Geistes begründet ist. Während z. B. der hebräische Dichter sagt: »Was ist der Mensch, daſs du sein gedenkest, und der Menschensohn, daſs du dich seiner annimmst! und hinzufügt: »Der Mensch gleicht dem Nichts,« hat ein griechischer Dichter das groſse Wort gesprochen: »Viel des Gewaltigen gibt’s, doch das Gewaltigste ist der Mensch.« Und ein deutscher Dichter — derselbe, der den Übermenschen⁵) Faust geschaffen, der ungestüm