Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s7.57
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s7.57
- Language
- German
v1.c8.s7.57
Etymologien, wie die von Upavasatha in der eben zitierten Stelle, sind in den Brāhmaṇas ungemein häufig. Dabei gilt es als ein besonderer Vorzug, wenn eine Etymologie nicht ganz genau stimmt, denn »die Götter lieben das Versteckte«. So wird z. B. der Name des Gottes Indra von indh, »anzünden«, abgeleitet und gesagt: er heifst also eigentlich Indha, und man nennt ihn »Indra« blofs deshalb, weil die Götter das Versteckte lieben. Oder es wird das Wort ulūkhala, welches »Mörser« bedeutet, von uru karat, »er mache weit«, abgeleitet und ulūkhala als eine mystische Bezeichnung für urukara erklärt¹). Ebenso wie das Etymologisieren spielt in den Brāhmaṇas noch mehr als in den Yajurveda-Saṃhitās²) das Identifizieren und Symbolisieren eine groſse Rolle, wobei die ungleichartigsten Dinge zusammengestellt und zueinander in Beziehung gebracht werden. Auf jeder Seite der Brāhmaṇas finden wir Auseinandersetzungen wie die folgenden: