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Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s7.99

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s7.99

Language
German

v1.c8.s7.99

»Hariścandra, Sohn des Vedhas, ein König aus dem Geschlechte der Ikṣvākus, war kinderlos. Er hatte hundert Frauen, bekam aber von ihnen keinen Sohn. Einst kehrten Parvata und Nārada¹ bei ihm ein, und er fragte den Nārada:

‚Da alle Menschen einen Sohn sich wünschen, Weise so wie Toren,
So sage mir, o Nārada, was durch den Sohn man denn erlangt.‘

Also mit einer Strophe gefragt, antwortete ihm dieser mit zehn:

‚Der Vater, der das Antlitz schaut des Sohns, der lebend ihm geboren,
Bezahlet seine Schuld in ihm, erlangt Unsterblichkeit durch ihn².

Von allen Freuden, die es gibt für die Geschöpfe auf der Erde,
Im Feuer und im Wasser, ist des Vaters Freud' am Sohn die gröfste.

Stets haben durch den Sohn die Väter alle Finsternis besiegt;
Er selbst ist wieder neu gezeugt, der Sohn ist ihm ein rettend Boot.

Was soll der Schmutz, was soll das Fell, was soll der Bart, was soll Askese!³
Brahmanen, wünscht euch einen Sohn: in ihm habt ihr die Himmelswelt.

Speise ist Leben, Obdach ist Schutz, und Goldschmuck ist Schönheit:
Heirat bringt Vieh⁴; ein Freund⁵ ist die Gattin, ein Jammer die Tochter⁶,
Licht in der höchsten Himmelswelt ist der Sohn für den Vater.