Pramāṇa · Search · About · API

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s9.20

Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s9.20

Language
German

v1.c8.s9.20

,Nur das Seiende, mein Lieber, war hier im Anfang, und zwar nur als Eines ohne ein Zweites. Es haben wohl manche gesagt: Nur das Nichtseiende war hier im Anfang, und zwar nur als Eines ohne ein Zweites, und aus diesem Nichtseienden ist das Seiende entstanden. Wie könnte sich aber, mein Lieber, dies also verhalten? Wie sollte aus dem Nichtseienden das Seiende entstehen? Nur das Seiende, mein Lieber, war hier im Anfang, und zwar nur als Eines ohne ein Zweites.‘« (Er führt dann weiter aus, wie dieses Seiende die Glut, diese das Wasser und dieses die Nahrung geschaffen; und wie das Seiende, indem es jene drei Elemente durchdrang, die Sinnenwelt aus sich entwickelt habe. An den Erscheinungen des Schlafes, des Hungers und des Durstes erläutert er dann, wie alles auf die drei Elemente, Glut, Wasser, Nahrung — oder, wie wir sagen würden: Feuer, Wasser, Erde —, zurückgeht, während diese drei Elemente wieder nur auf dem Seienden beruhen. Da aber dieses Seiende mit dem Ātman, seiner Seele, in alle Wesen eingedrungen ist, so ist es eben auch die Seele in uns. Wenn daher ein Mensch stirbt, so wird er wieder zu dem, was er ursprünglich war; er vereinigt sich wieder mit dem Seienden, aus welchem er hervorgegangen ist. Nun folgt eine Reihe von Bildern, welche alle die Lehre von der Einheit der Welt mit dem Alleinseienden und der menschlichen Seele erläutern sollen). »‚So wie, mein Lieber, die Bienen, wenn sie Honig bereiten, die Säfte der verschiedensten Bäume sammeln und dann den Saft zu einer Einheit zusammentragen; — so wie in dieser Einheit jene Säfte keinen Unterschied beibehalten, so daſs sie sagen könnten: ich bin der Saft dieses Baumes, ich bin der Saft jenes Baumes, — also, mein Lieber, haben auch alle diese Geschöpfe hier, wenn sie in dem Seienden aufgegangen sind, kein Bewuſstsein davon, daſs sie in dem Seienden aufgegangen. Was sie auch immer hier sein mögen, ob Tiger oder Löwe, Wolf oder Eber, Wurm oder Vogel, Bremse oder Mücke, — zu diesem (nämlich dem Seienden) werden sie. Und dieses Feine eben ist es, was das Wesen des Alls ausmacht, das ist das Wahre, das ist der Ātman, das bist du, o Śvetaketu!‘ ,Ehrwürdiger, belehre mich noch weiter.‘ ,Gut, mein Lieber . . .‘