Geschichte der indischen Litteratur v1.c9.s2.22
Geschichte der indischen Litteratur v1.c9.s2.22
- Language
- German
v1.c9.s2.22
Dieser häſsliche übelriechende Heilige, Kṛṣṇa Dvaipāyana Vyāsa, den die Legende zu einer Art Groſsvater²) der Helden des Epos gemacht hat, gilt also den Indern bis zum heutigen Tage als der Verfasser des ganzen Mahābhārata. Erst nachdem seine drei »Söhne« gestorben waren — so erzählt die Einleitung zum Mahābhārata ¹) — hat Vyāsa das von ihm verfaſste Gedicht unter den Menschen bekannt gemacht. Und zwar hat er es seinem Schüler Vaiśampāyana mitgeteilt, und dieser trug das ganze Gedicht in den Zwischenpausen des groſsen Schlangenopfers des Königs Janamejaya vor. Bei dieser Gelegenheit hörte es der Sūta Ugraśravas, Lomaharṣaṇas Sohn; und unser Mahābhārata beginnt damit, daſs die Ṛṣis, welche bei dem zwölfjährigen Opfer des Śaunaka im Naimiṣawalde versammelt sind, den Sūta Ugraśravas ersuchen, ihnen die Geschichte des Mahābhārata, wie er sie von Vaiśampāyana gehört, zu erzählen. Der Sūta erklärt sich hierzu bereit und erzählt die Geschichte von dem Schlangenopfer des Janamejaya, um dann erst zur Wiedergabe der Erzählung des Vaiśampāyana zu schreiten.
Cites (1)
- Mahābhārata — Vyāsa, Sanskrit