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Geschichte der indischen Litteratur v1.c9.s8.17

Geschichte der indischen Litteratur v1.c9.s8.17

Language
German

v1.c9.s8.17

Nachdem sieben Jahre verflossen waren, wurde es den Knaben in der Hirtenstation zu langweilig. Da liefs Kṛṣṇa aus seinem Körper zahllose Wölfe hervorgehen, welche die Hirten so erschreckten, daſs sie beschlossen, weiter zu wandern. Sie zogen mit ihren Herden nach dem Vṛndāwalde. Hier streifen nun die Knaben fröhlich durch den Wald. Eines Tages aber ergeht sich Kṛṣṇa allein — bald singend, bald spielend, bald auf einem Blatte pfeifend, bald auf der Hirtenflöte blasend — am Ufer des Jamnāflusses und gelangt bis zu einem tiefen See, in dem der Schlangenkönig Kāliya haust, der mit seinem Gefolge das Wasser der Jamnā vergiftet und die ganze Gegend unsicher macht. Rasch entschlossen stürzt sich Kṛṣṇa in den See, um den fürchterlichen Drachen zu bezwingen. Alsbald kommt das fünfköpfige, feuerschnaubende Ungeheuer zum Vorschein, und ein Heer von Schlangen stürzt sich wütend auf den jungen Helden, ihn umschlingend und beiſsend. Er aber macht sich rasch los, drückt die Köpfe des Ungetüms zu Boden und springt mit Wucht auf den mittleren Kopf, so daſs der Drache sich für besiegt erklärt und mit der ganzen Schlangenbrut ins Meer zurückweicht.