Geschichte der indischen Litteratur v1.c9.s8.6
Geschichte der indischen Litteratur v1.c9.s8.6
- Language
- German
v1.c9.s8.6
Der Harivamśa besteht aus drei groſsen Abschnitten, von denen der erste Harivamśaparvan betitelt ist. Der Titel »Harivamśa«, d. i. »Geschlechtsfolge des Hari«²), welcher dem ganzen Anhang gegeben wurde, paſst eigentlich nur auf dieses erste Buch. Es beginnt nach Art der Purāṇas mit einem ziemlich verworrenen Schöpfungsbericht und allerlei mythologischen Erzählungen, so von Dhruva, der zum Polarstern wurde (62 ff.), von Dakṣa und seinen Töchtern, den Ahnfrauen der Götter und Dämonen (101 ff.) u. a. Ausführlich wird die Geschichte von dem veda- und opferfeindlichen Titanen Vena und dessen Sohn Pṛthu, dem ersten König der Menschen, erzählt³). In die Genealogie der Sonnendynastie (545 ff.) d. h. des Königs Ikṣvāku und seiner Nachkommen, die ihren Ursprung auf den Sonnengott zurückführen, fügen sich zahlreiche Legenden, z. B. von Viśvāmitra und Vasiṣṭha (706 ff.) ein. Auſser allem Zusammenhang mit dieser Genealogie wird dann ein rituelles Stück über die Manen und den ihnen gebührenden Opferdienst eingefügt¹). Es folgt dann (1312 ff.) die Genealogie der Monddynastie, die von Atri, dem Sohn des Mondgottes (Soma), gegründet wurde. Ein Enkel des Soma war der berühmte Purūravas, dessen Liebesabenteuer mit Urvaśī in sehr altertümlicher, dem Śatapatha-Brāhmaṇa sich ziemlich enge anschließender Form erzählt werden²). Zu den Nachkommen des Purūravas gehören Nahuṣa und Yayāti. Des letzteren Sohn Yadu ist der Ahnherr der Yādavas, zu denen Vasudeva gehört, als dessen Sohn Kṛṣṇa der Gott Viṣṇu auf Erden geboren wird. Nachdem so die Genealogie des menschlichen Kṛṣṇa gegeben worden ist, folgt eine Reihe von Gesängen (2131 ff.), die sich ganz mit dem Gotte Viṣṇu beschäftigen und so gewissermaßen die göttliche Vorgeschichte des Kṛṣṇa enthalten.
Cites (2)
- Harivaṃśa — Vyāsa, Sanskrit
- Śatapathabrāhmaṇa — Yājñavalkya & Śāṇḍilya (Vedic teacher), Sanskrit