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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.26

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.26

Language
German

v2.c16.s3.t2.26

3. Während das Dhammapada bloß eine Sammlung von Versen ist und erst in späterer Zeit in Form eines nicht mehr zum Kanon gehörigen Kommentars Erzählungen hinzukamen, in denen berichtet wird, bei welcher Gelegenheit die einzelnen Verse gesprochen wurden, besteht das Udāna¹), die Sammlung der »begeisterten Aussprüche«, aus Versen und Erzählungen. Das Werk ist in 8 Vaggas oder »Abschnitte« eingeteilt, deren jeder 10 Suttas enthält. Diese Suttas sind ganz kurze Erzählungen, die irgendein Erlebnis aus der Zeit des Buddha berichten und mit einem Ausspruch enden, den der Buddha, durch dieses Erlebnis angeregt, »ausgehaucht«, d. h. in der Begeisterung von sich gegeben haben soll. Ein solcher begeisterter Ausspruch heißt eben Udāna, d. i. wörtlich »Aushauch«, und es ist gewöhnlich ein Vers (Šloka, Triṣṭubh oder Jāgatī), seltener ein Prosaspruch. Diese »begeisterten Aussprüche« dienen zumeist der Verherrlichung des buddhistischen Lebensideals, der tiefen, wonnigen Gemütsruhe des von allem Irdischen losgerissenen Heiligen (Arhat), der unendlichen Seligkeit des Nirvāṇa.

Cites (1)