Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.48
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.48
- Language
- German
v2.c16.s3.t2.48
5. Wenn in allen bisher erwähnten Büchern des Khuddakanikāya sich vermutlich manche Stücke ältester buddhistischer Dichtung erhalten haben, so kann dies mit viel größerer Bestimmtheit vom Suttanipāta²) (der »kleinen Sammlung von Lehrvorträgen«³)) behauptet werden. Denn wenn auch nicht die Sammlung als solche, so gehören doch einzelne ihrer wesentlichen Bestandteile nachweislich zu dem Ältesten, was wir von altbuddhistischer Poesie besitzen. Der Suttanipāta ist eine Sammlung von poetischen Suttas in 5 Abschnitten. Die ersten 4 Abschnitte (Uragavagga, Cūlavagga, Mahāvagga, Aṭṭhakavagga) enthalten 54 kürzere Gedichte, während der 5. Abschnitt (Pārāyaṇa) eine selbständige längere, aus 16 kürzeren Teilen bestehende Dichtung ist. Von diesen 5 Abschnitten werden zwei, Aṭṭhakavagga und Pārāyaṇa, sowohl in anderen Texten des Pālikanons als auch in buddhistischen Sanskrittexten mit ihren Titeln erwähnt oder zitiert¹). Zu denselben zwei Abschnitten gibt es einen alten Kommentar, der unter dem Titel Niddesa in den Kanon (als 11. Buch des Khuddakanikāya) aufgenommen worden ist. Auch einzelne Suttas und zahlreiche Gāthās, und zwar aus allen 5 Abschnitten, lassen sich in anderen Texten des Kanons nachweisen²). Unter den Texten, die König Aśoka im Bhabra-Edikt besonders zum Studium empfiehlt, befinden sich drei, die wahrscheinlich dem Suttanipāta angehören³). Auch sprachliche und sachliche Gründe sprechen dafür, daß manche dieser Suttas bis in die Zeit der Anfänge des Buddhismus zurückreichen und viele zum mindesten in den Kreisen der ersten Jünger des Buddha — nicht lange nach dessen Tode — entstanden sein dürften.
Cites (1)
- Suttanipāta — Pāli