Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.77
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.77
- Language
- German
v2.c16.s3.t2.77
6. 7. Zur jüngsten Schicht der im Pālikanon vereinigten Litteratur gehören gewiß die beiden höchst unerfreulichen, glücklicherweise wenig umfangreichen Werke Vimānavatthu und Petavatthu³), die »Götterpalastgeschichten« und die »Gespenstergeschichten«. Die wahrhaft große und tiefe Lehre vom Karman, die sowohl in brahmanischen wie in buddhistischen Texten in so vielen schönen Sprüchen und Legenden Ausdruck gefunden hat⁴), wird in diesen kleinen Geschichten, an denen die metrische Form das einzige Poetische ist, in der plumpsten Weise durch Beispiele erläutert. Die Geschichten sind alle nach einer Schablone gemacht. Im Vimānavatthu wird irgendein göttliches Wesen von Moggallāna gefragt, wie es zu diesem oder jenem Götterpalast (vimāna) mit all seinen Herrlichkeiten gekommen sei. Als Antwort berichtet die Gottheit kurz die gute Tat, die sie in irgendeinem früheren Dasein vollbracht, infolge deren ihr dies Himmelsglück zuteil geworden. Im Petavatthu tritt irgendein Peta (Sanskrit Preta, Geist eines Verstorbenen, der als Gespenst ruhelos und gequält in der Nähe der Erdenwelt umherirrt) auf und wird von Nārada gefragt, welcher bösen Tat er sein Unglückslos zuzuschreiben habe, worauf er in kurzen Worten von dieser berichtet. Ein Beispiel (Petavatthu I, 2) wird genügen:
Cites (2)
- Petavatthu — Pāli
- Vimānavatthu — Pāli