Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.89
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s3.t2.89
- Language
- German
v2.c16.s3.t2.89
Jedoch hat die Überlieferung darin recht, daß sie für diese Dichtungen nicht einen, sondern viele Verfasser annimmt, und gewiß auch darin, daß sie die Lieder zum Teil von Mönchen und zum Teil von Nonnen verfaßt sein läßt. Es mögen manche Lieder, die verschiedenen Verfassern zugeschrieben werden, in Wirklichkeit nur einem Dichter angehören und umgekehrt manche von verschiedenen Verfassern herrührende Strophen einem und demselben Dichter zugeschrieben sein, es mögen auch unter den »Nonnenliedern« einige von Mönchen verfaßte und vielleicht auch unter den »Mönchsliedern« ein paar von Nonnen verfaßte Lieder stehen¹), — aber keinesfalls können diese Dichtungen einem Kopf entsprungen sein. Wenn dieselben Redensarten öfters wiederkehren und der Ton der Gedichte in vielen Beziehungen derselbe ist, so beweist das nur, daß sie alle den Stempel des buddhistischen Geistes tragen, nicht aber, wie K. E. Neumann²) meint, daß »ein Mann dem Ganzen seinen Geistesstempel aufgeprägt hat«.