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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.61

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.61

Language
German

v2.c16.s5.61

Der Plan des Werkes ist folgender. Zu jedem Vers oder jeder Versgruppe des Dhammapada wird berichtet, daß der Meister »diese Predigt« (dhammadesanā) — damit ist der Vers oder die Versgruppe samt der dazu gehörigen Erzählung gemeint — an dem und dem Orte und mit Bezug auf diese oder jene Person oder Personen oder Begebenheit gehalten habe. Hierauf folgt die Erzählung, welche mit dem Vers oder den Versen endet, die dann Wort für Wort erklärt werden. Alles das — Erzählung, Verse und Worterklärung — wird dem Buddha selbst in den Mund gelegt. Zum Schlusse heißt es dann gewöhnlich, daß nach dieser Predigt oder nach diesen Gāthās eine in der Geschichte vorkommende Person oder »viele« oder »hunderttausend« Personen (oder Mönche) in den Pfad der Heiligkeit eintraten oder eine höhere Stufe der Heiligkeit erreichten. Nicht selten werden auch regelrechte Jātakas eingeschoben oder angefügt, in denen von den Taten oder Schicksalen des Helden der Erzählung in einem früheren Dasein berichtet wird. Die Geschichten selbst sind sehr verschiedenartig. Neben langen, breitspurig erzählten förmlichen Novellen finden wir kurze, erbauliche Legenden, die in nüchterner und geistloser Weise nur zur Erläuterung eines Verses erfunden sind, andrerseits aber auch höchst interessante, aus der Volkslitteratur geschöpfte Märchen und Erzählungen. Die Hauptlehre, welche die Geschichten einschärfen wollen, ist die vom Karman. Bezeichnend ist die Geschichte vom Tode des Moggallāna, die auch dadurch interessant ist, daß sie, wie auch manche andere Erzählungen des Dhammapadakommentars, auf eine sehr feindselige Stimmung gegen die »nackten Asketen«, d. i. die Jainamönche, hindeutet¹).

Cites (1)