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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.73

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.73

Language
German

v2.c16.s5.73

Die Prinzen aus dem Geschlecht des Ikṣvāku (Pāli Okkāka), die Kapilavatthu erbaut hatten, sind so stolz, daß sie keine Fürstensöhne finden, die würdig wären, ihre Schwestern zu heiraten. Aus Furcht vor Erniedrigung ihres Geschlechts setzten sie daher ihre älteste Schwester als Mutter ein und wohnten den übrigen Schwestern bei. Da erkrankt die älteste Schwester am Aussatz, wird in den Wald gebracht und in eine tiefe Grube gesteckt. Zur selben Zeit wird auch Rāma, ein König von Benares, aussätzig und zieht in den Wald, nachdem er seinem ältesten Sohn das Reich überlassen. Im Wald macht er sich durch Heilkräuter wieder gesund und nimmt dann in einem hohlen Baum Wohnung. Eines Tages kommt ein Tiger zur Grube, in der die Königstochter lebt. Diese erhebt ein Angstgeschrei. König Rāma hört es und begibt sich zur Grube. Er will sie herausziehen, aber trotz ihrem Elend ist sie so stolz, daß sie sich erst von ihm retten läßt, nachdem er ihr erklärt hat, daß er auch fürstlichen Blutes sei. Darauf heilt er sie und macht sie zu seinem Weibe. Er kehrt aber nicht in sein Land zurück, sondern baut sich im Walde eine Stadt. Mit der Sakyaprinzessin erzeugt er viele Söhne. Als diese herangewachsen waren, schickte sie ihre Mutter nach Kapilavatthu, damit sie sich dort die Töchter ihrer mütterlichen Oheime zu Frauen nehmen. Sie gehen hin und rauben die Königstöchter. Da die Sakyas hören, daß die Räuber ihrer Töchter Verwandte seien, haben sie nichts dagegen. So entstand das Geschlecht der Koliyas¹).