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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.75

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.75

Language
German

v2.c16.s5.75

Buddhaghosas Kommentar zum Aṅguttaranikāya, die Manorathapūraṇī, enthält gegen hundert Legenden. Unter diesen finden wir z. B. dreizehn außerordentlich interessante Erzählungen aus dem Leben der Therīs, der ersten Jüngerinnen des Buddha, die uns als Ergänzungen zu den Therīgāthās überaus wertvoll sind²). Der Legendenkranz, mit dem die buddhistischen Erzähler ihre weiblichen Heiligen umgeben haben, wirft doch auch manches Streiflicht auf das wirkliche Leben und Fühlen jener Frauen, welche der Welt entsagten, um dem Buddha zu folgen. Der Abschnitt beginnt mit der schon im Vinayapiṭaka erzählten Lebensgeschichte der Mahāpajāpatī Gotamī, der Tante und Ziehmutter des Buddha, welche die erste Nonne wurde. Auf diese Geschichte, die ganz den Eindruck einer wirklichen Begebenheit macht, folgt die wunderbare Legende von Khemā, der auf ihre Schönheit stolzen Königin, die vom Buddha lange nichts wissen will; eines Tages aber läßt Buddha in ihrer Gegenwart das Phantom einer entzückend schönen Götterfrau erscheinen, die vor ihren Augen immer älter und älter wird, bis sie als gebrochene Greisin vor ihr steht und schließlich tot zusammensinkt; da wird sie an das auch ihr bevorstehende Schicksal erinnert und bittet den König um die Erlaubnis zum Eintritt in die Nonnengemeinde.

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