Pramāṇa · Search · About · API

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.84

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.84

Language
German

v2.c16.s5.84

Einige der Legenden über die Therīs, die wir in der Manorathapūraṇī finden, kehren auch in dem Kommentar zu den Therīgāthās wieder. Dieser Kommentar bildet einen Teil der Paramatthadīpanī, des Kommentars zu den Texten Petavatthu, Vimānavatthu, Theragāthā und Therīgāthā, und ist von Dhammapāla verfaßt, der nicht lange nach Buddhaghosa in einem südindischen Kloster an der Ceylon benachbarten Küste gelebt haben dürfte²). Ein großer Zeitabstand kann zwischen Dhammapāla und Buddhaghosa nicht sein, denn sie haben durchwegs ähnliche Anschauungen, berufen sich auf dieselben Autoritäten und befolgen dieselbe Methode der Erklärung. Wahrscheinlich sind sie beide aus derselben Schule hervorgegangen und folgen im allgemeinen den im großen Kloster von Anurādhapura bewahrten Überlieferungen. Am Schlusse seines Kommentars zu den Therī- gāthā¹) sagt uns Dhammapāla selbst, daß er drei ältere Kommentare (Aṭṭhakathās) benutzt habe. Und darin liegt ja die Hauptbedeutung aller dieser Kommentare, ob sie nun von Buddhaghosa, Dhammapāla oder von unbekannten und ungenannten Autoren verfaßt bzw. kompiliert worden sind, und ob sie dem 5. oder 6. Jahrhundert n. Chr. angehören — der Zeit nach sind sie wohl alle nicht weit voneinander entfernt —, daß sie Überlieferungen enthalten, die in eine viel ältere Zeit zurückreichen. Auch der Therīgāthā-Kommentar enthält gewiß viel Altes. An Verhältnisse, wie wir sie uns zur Zeit des Buddha und seiner ersten Jünger zu denken haben, wo die Anhänger verschiedener Sekten von Ort zu Ort herumzogen, um Gelehrte und Asketen zum philosophischen Wettstreit herauszufordern, erinnert z. B. die Legende von Bhaddā Kuṇḍalakesā:

Cites (4)