Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.87
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s5.87
- Language
- German
v2.c16.s5.87
Bhaddā ist die Tochter des königlichen Schatzmeisters. Eines Tages sieht sie einen Räuber, der zum Tode geführt wird, und verliebt sich in ihn. Dem Vater gelingt es, durch Bestechung den Räuber frei zu bekommen, um ihn mit seiner Tochter zu verheiraten. Aber dem Räuber ist es nur um des Mädchens Juwelen zu tun. Er führt sie an eine einsame Stelle, um sie zu berauben. Sie aber durchschaut seine Absicht und stürzt ihn, während sie vorgibt, ihn zu umarmen, über einen Felsen herab. Nach diesem Abenteuer will sie aber nicht mehr ins Vaterhaus zurückkehren, sondern wird Jaina-Asketin. Sie ist aber von den Lehren der Jainas nicht befriedigt und begibt sich daher in Orte, wo berühmte Gelehrte wohnen, um mit ihnen zu disputieren. Da sie aber keinen findet, der ihr im Redewettkampf gewachsen wäre, so zieht sie von Ort zu Ort und steckt am Eingang jedes Dorfes und jeder Stadt einen Rosenapfelzweig in einen Sandhaufen, indem sie zu den Dorfkindern sagt: »Wenn jemand sich mit mir in eine Debatte einlassen will, soll er den Zweig niedertreten.« Die Kinder sollten es ihr melden, wenn dies geschähe. Stand der Zweig nach einer Woche noch aufrecht, so zog sie mit ihm weiter. Auf diese Weise kommt sie auch nach Sāvatthi, wo der große Sāriputta sich mit ihr in eine Debatte einläßt und sie zum Buddhismus bekehrt. Der Buddha selbst weiht sie zur Nonne²).