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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s7.26

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s7.26

Language
German

v2.c16.s7.26

Aus nachchristlicher Zeit stammt auch die Erzählung von dem armen Mädchen, das den Mönchen ihren ganzen Besitz, zwei Kupferstücke, die sie im Kehricht gefunden, schenkt und dafür von Buddha gepriesen wird, da ihre Gabe ebenso hoch einzuschätzen sei wie die eines Reichen, der all seine Güter und Schätze als Almosen gäbe. Der Lohn für ihre gute Tat bleibt nicht aus. Bald darauf wird sie von einem vorüberziehenden König aufgefunden, der sich sofort in sie verliebt und sie als Königin heimführt. Kein Zweifel, daß die buddhistische Erzählung in der Form, wie wir sie durch die chinesische Übersetzung von Aśvaghoṣas Sūtrālaṃkāra kennen¹), weit hinter der in ihrer Schlichtheit so wunderschönen evangelischen Erzählung von den zwei Pfennigen der Witwe zurücksteht. Es ist auch hier nicht unmöglich, daß die Buddhisten sie von christlichen Missionaren gelernt haben. Möglich ist es aber auch, daß uns eine ältere und bessere Form der buddhistischen Legende verloren gegangen ist. Die Übereinstimmung in bezug auf ein so kleines Detail wie die »zwei Pfennige« macht es aber im höchsten Grade wahrscheinlich, daß die buddhistische und die christliche Erzählung nicht unabhängig voneinander entstanden sind.