Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.103
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.103
- Language
- German
v2.c16.s8.t2.103
Eine Nachahmung von Māghas Śiśupālavadha ist das große Epos (mahākāvya) Dharmaśarmābhyudaya⁴) des Dichters Haricandra, das in 21 Gesängen die Geschichte des Dharmanātha, des fünfzehnten Tīrthakara, behandelt. Derselbe Digambara-Jainadichter ist wohl auch der Verfasser der Jīvandharacampū, in welcher auf Grund von Guṇabhadras Uttarapurāṇa die Legende des Jīvandhara behandelt wird⁵). Die Geschichte eines anderen Heiligen, des Neminātha, behandelt ein Mahākāvya in 15 Gesängen, das Neminirvāṇa von Vāgbhaṭa¹). Dieselbe Legende hat Vikrama, der Sohn des Sāṅgaṇa, in seinem überaus kunstvollen Gedicht Nemidūta²) bearbeitet. Den Inhalt bildet die Klage der Rājīmatī, nachdem ihr Bräutigam Mönch geworden war. Das Werk ist ein Beispiel der »Strophenergänzung«: die letzte Zeile jeder Strophe ist aus Kālidāsas Meghadūta genommen, während die ersten drei Zeilen vom Dichter selbst gedichtet sind. Ein älteres Werk derselben Gattung ist der Pārśvābhyudaya, eine dichterische Lebensbeschreibung des Pārśvanātha, von Jinasena. In dieser Dichtung ist der ganze Meghadūta in der Weise eingeschlossen, daß in jeder Strophe eine oder zwei Zeilen aus dem Meghadūta entlehnt sind, während Jinasena selbst das übrige hinzugedichtet hat³).
Cites (8)
- Śiśupālavadha — Māgha, Sanskrit
- Dharmaśarmābhyudaya — Haricandra, Sanskrit
- Meghadūta (Vikrama) — Vikrama, Sanskrit
- Meghadūta — Kālidāsa, Sanskrit
- Neminirvāṇa — Vāgbhaṭa (I), Sanskrit
- Uttara-purāṇa (Puṣpadanta) — Puṣpadanta, Prakrit
- Pārśvābhyudaya — Jinasena (II), Sanskrit
- Jīvandharacampū — Haricandra, Sanskrit