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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.14

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.14

Language
German

v2.c16.s8.t2.14

Was uns alle diese Kommentare so wertvoll macht, ist der Umstand, daß sie uns einerseits sehr viele alte, historische oder halbhistorische Überlieferungen, andererseits eine große Menge von volkstümlichen Erzählungsstoffen erhalten haben. Gleich den buddhistischen Mönchen haben es nämlich auch die Jainamönche zu allen Zeiten geliebt, ihre Predigten durch Geschichtenerzählen zu beleben, weltliche Geschichten in Heiligenlegenden umzugestalten, jinistische Lehren durch »Beispiele« zu erläutern und so durch Ausnützung der indischen Lust am Fabulieren ihrer Religion möglichst viele Anhänger zu gewinnen und zu erhalten. Ein Teil dieser Geschichten hat, wie wir gesehen haben, in Form von Legenden und Balladen schon in manche Texte des Kanons Aufnahme gefunden. Der größere Teil findet sich in großen Mengen verstreut in der durch die Jahrhunderte sich hinziehenden Kommentarenlitteratur. Daß auch die in den späteren Sanskritkommentaren erhaltenen Erzählungen auf ältere Quellen zurückgehen, beweist schon der Umstand, daß die Verfasser sie nicht in dem ihnen geläufigen Sanskrit erzählen, sondern im Prākrit, d. h. in der Sprache, in der sie ihnen von ihren Vorgängern überliefert worden waren¹). Außer in den Kommentaren, in denen diese Erzählungen (ähnlich wie die buddhistischen Erzählungen in der Jātakaṭṭhavaṇṇanā und im Dhammapadakommentar) eingebettet sind, wurden manche größere Erzählungen (Kathās und Kathānakas) auch selbständig abgeschrieben und überliefert, und endlich haben die Jainas auch eine große Anzahl von Sammlungen solcher Erzählungen veranstaltet.