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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.2

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.2

Language
German

v2.c16.s8.t2.2

Lange bevor die endgültige Zusammenstellung des Kanons unter Devarddhi stattfand, müssen die Jainamönche damit begonnen haben, Erklärungen zu den heiligeu Texten zu verfassen. Denn die ältesten Kommentare, die Nijjuttis oder Niryuktis, sind in einigen Fällen mit den Sūtras aufs engste verwoben oder haben diese verdrängt. Piṇḍa- und Oghanijjutti erscheinen im Kanon selbst, und Oghanijjutti soll sogar aus einem der Pūrvas entnommen sein¹). Und die einstimmige Überlieferung nennt Bhadrabāhu, der 170 Jahre nach dem Tode Mahāvīras gestorben sein soll, als den Verfasser von Niryuktis zu zehn Werken des Kanons²). Diese Niryuktis, von denen uns einige erhalten sind, bestehen aus äußerst knappen Erklärungen in Āryā-Versen in Jaina-Māhārāṣṭrī. Wahrscheinlich sind es Memorialverse, die den Lehrern für die mündliche Ausdeutung der Texte als Gedächtnisstütze dienten. Später wurden diese Niryuktis zu umfangreicheren Kommentaren in Prākrit, Bhāṣyas und Cūrṇis, erweitert. Diese bildeten wieder die Grundlage für die Sanskritkommentare (Ṭīkās, Vṛttis), die zwischen dem neunten und zwölften Jahrhundert verfaßt worden sind. Diese verschiedenen Kommentarschichten sind oft so ineinander gearbeitet, daß es schwer ist, sie voneinander zu sondern³).

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