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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.35

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.35

Language
German

v2.c16.s8.t2.35

Von den selbständig aufgezeichneten Kathānakas verdienen einige erwähnt zu werden. Eine Heiligenlegende in Prosa und Versen, die von den Mönchen gewöhnlich am Schlusse der Vorlesung des Kalpasūtra erzählt wird, ist das Kālakācāryakathānaka¹). Es ist die Geschichte von dem Königssohn Kālaka, der zur Jainareligion bekehrt wird und es bis zum Oberhaupt des Ordens bringt. Seine jüngere Schwester, die Nonne Sarasvatī, wird von Gardabhilla, dem Herrscher von Ujjayinī, ins Serail geschleppt. Kālaka stellt sich wahnsinnig, wiegelt das Volk gegen den Herrscher auf und wandert nach Śakakūla, dessen Herrscher, die Schāhis, er veranlaßt, gegen Gardabhilla zu Felde zu ziehen und Ujjayinī zu erobern. Es ist möglich, daß in dieser Legende ein historischer Kern steckt²). Doch ist weder der Verfasser noch die Abfassungszeit des Werkchens bekannt. Während in den erzählenden Teilen die Sprache einfach ist, sind manche Schilderungen in kunstvollem Kāvystil gehalten.

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