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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.44

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.44

Language
German

v2.c16.s8.t2.44

In späterer Zeit haben die Jainas auch Sammlungen von Erzählungen veranstaltet, in denen entweder die Erzählungen nach der beliebten indischen Art in eine Rahmenerzählung eingeschachtelt erscheinen oder einfach nacheinander erzählt werden. Von der ersteren Art ist die Samyaktvakaumudī, »der Mondschein der Vollkommenheit«, von einem unbekannten Verfasser³). Zur Jainareligion steht diese Sammlung von Märchen und Erzählungen nur durch den Rahmen in Beziehung, in welchem der Kaufmann Arhaddāsa seinen acht Frauen und diese wieder ihm erzählen, wie sie zur Vollkommenheit (samyaktva) in der Religion gelangten. Diese Erzählungen werden gleichzeitig von einem König, der mit seinem Minister nach Art des Harun al Raschid des Nachts herumstreift, und von einem Dieb belauscht. An »Tausend und eine Nacht« und noch mehr an das Buch Sindbad erinnert auch die Geschichte von dem König Suyodhana, der, um seinem treuen Stellvertreter eine Falle zu stellen, in seine eigene Schatzkammer einbricht, von diesem als Dieb erkannt und durch sieben an aufeinander folgenden Tagen erzählte Geschichten gewarnt, aber schließlich als Dieb entlarvt und vom Volke abgesetzt wird¹).

Cites (1)