Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.66
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.66
- Language
- German
v2.c16.s8.t2.66
Unter den Erzählungen des Pariśiṣṭaparvan finden sich manche interessante Parallelen sowohl zu Erzählungen, die wir aus anderen indischen Werken kennen, als auch zu solchen, die der Weltlitteratur angehören. Eine Art Oedipustragödie ist die Erzählung von den Zwillingsgeschwistern Kuberadatta und Kuberadattā, den Kindern der Hetäre Kuberasenā. Noch mehr als in der christlichen Legende vom heiligen Gregorius ist hier das alte Motiv der unbewußt begangenen Blutschande zu einer frommen Mönchslegende abgeschwächt. Dem indischen Erzähler ist es weniger um die Tragik, als um das Raffinement des verwickelten Verwandtschaftsverhältnisses zu tun. Wenn ein Mönch Geschichten schreibt, ist es begreiflich, daß die Schlechtigkeit der Weiber ihm unerschöpflichen Stoff zu den raffiniertesten Ehebruchsgeschichten bietet. Solche Erzählungen finden sich reichlich im Pariśiṣṭaparvan, darunter manche, deren einzelne Motive in der Weltlitteratur oft wiederkehren¹). Eine charakteristische Mönchsgeschichte ist auch die von Sthūlabhadra und der Nonne Kośā (VIII, 110—193):
Cites (1)
- Pariśiṣṭaparvan — Hemacandra, Sanskrit