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Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.77

Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s8.t2.77

Language
German

v2.c16.s8.t2.77

Nur als quasi-historisch-biographische Werke können der 1306 n. Chr. vollendete Prabandhacintāmaṇi oder »Wunschedelstein der Geschichten« des Merutuṅga⁵) und der 1349 vollendete Prabandhakośa (»Schatz der Geschichten«) des Rājaśekhara⁶) bezeichnet werden. Das Werk des Merutuṅga enthält unter dem Schein von »Geschichte« eine kunterbunte Sammlung von Geschichten, Sagen und Anekdoten, die an geschichtliche und litterarische Persönlichkeiten anknüpfen. Die Könige Bhoja, Vikramāditya und Śīlāditya werden als die Gönner der hervorragendsten Dichter und Gelehrten gefeiert, wobei der Verfasser vor keinem Anachronismus zurückschreckt. So wird z. B. der grosse Astronom des 6. Jahrhunderts n. Chr. Varāhamihira ohne weiteres zu einem Zeitgenossen des Königs Nanda im 4. Jahrhundert v. Chr. gemacht. Neben vielen einfältigen Geschichtchen finden sich doch auch manche geistreiche und witzige Anekdoten. Das Leben und Treiben an den indischen Fürstenhöfen, insbesondere die an diesen sich abspielenden litterarischen Wettkämpfe werden sehr anschaulich geschildert. Einigen geschichtlichen Wert haben auch die Erzählungen über die der Zeit des Verfassers nicht fernen Persönlichkeiten Hemacandra und den König Kumārapāla. Der Prabandhakośa des Rājaśekhara enthält die Lebensbeschreibungen von 24 Personen, nämlich zehn Jainalehrern (darunter Hemacandra), vier Dichtern (Śrīharṣa, Harihara, Amaracandra und dem Digambara Madanakīrti), sieben Königen und drei anderen Persönlichkeiten.

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