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Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s6.7

Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s6.7

Language
German

v3.c21.s6.7

Aber beim Anblick des Asketen Śiva, der regungslos, in tiefes Sinnen versunken, auf einem Tigerfell sitzt, das Haupt mit Schlangen umwunden, einen Rosenkranz vom Ohre herabhängend, mit einem schwarzen Antilopenfell bedeckt, die Augen starr auf die Nase gerichtet, — »wie eine vom Regen nicht bewegte Wolke, wie ein Teich, in dem keine Welle sich erhebt, wie eine Lampe an einem windstillen Orte« (III, 48), — verzweifelt Kāma fast an seinem Erfolg. Da erscheint Umā in ihrer ganzen herrlichen Schönheit und bezeigt dem Śiva ihre Verehrung. In diesem günstigen Augenblick richtet der Liebesgott seinen Pfeil auf Śiva. Dieser aber bezwingt seine erwachende Liebe, erblickt den Kāma und verbrennt ihn mit einem Blitz aus seinem dritten Auge, das er auf der Stirn hat. Verzagt kehrt Umā nach Hause zurück. Der vierte Gesang enthält die wehmütige Klage der Rati um den zu Asche verbrannten Gemahl¹). Umā aber gibt sich, in ein Bastgewand gekleidet, schweren Bußübungen hin. Ihre Buße und ihre fromme Ergebenheit rühren endlich das Herz des Śiva. Ganz nach Menschenart spielen sich Werbung und Hochzeit ab. Śiva ruft die sieben Ṛṣis und Arundhatī herbei. Er empfängt die letztere mit gleicher Ehrfurcht wie die heiligen Seher. VI, 12:

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