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Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.2

Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.2

Language
German

v3.c21.s8.2

Lyrisch ist die älteste indische Dichtung, die wir kennen. Die Hymnen an die Götter, die Opfer- und Zauberlieder des Veda sind das älteste, was wir von indischer Dichtung besitzen. Manch weltlicher Ton klingt auch schon aus dieser religiösen Poesie heraus. Die Lieder an die Uṣas und die Liebeszauberlieder erinnern zuweilen an die spätere erotische Lyrik, und die Schlachtzauberlieder des Atharvaveda klingen fast wie uralte Kriegslyrik. Und Jahrhunderte später begegnen uns in der buddhistischen Litteratur unter den Liedern der Mönche und Nonnen Perlen lyrischer Dichtungen voll tiefer Empfindung, religiöser Inbrunst und jenes innigen Naturgefühls, das zu allen Zeiten ein besonderes Merkmal der indischen Dichtung gewesen ist. Auch ein altes Liebesgedicht ist uns in einem buddhistischen Sutta erhalten, und Spuren eines Trinkliedes konnten wir im Jātaka finden¹). Im Aṇuogadārasutta des Jainakanons werden einige Liebesliedchen als Belege für die Stimmungen in der Poesie angeführt. Wettgesänge zur Laute nach Art der Schnaderhüpfel hat uns der Jainamönch Hemacandra in einer Erzählung des Pariśiṣṭaparvan aufbewahrt²).

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