Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.77
Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.77
- Language
- German
v3.c21.s8.77
Von den zahlreichen anderen lyrischen Dichtungen, die dem Kālidāsa zugeschrieben werden, ist es zweifelhaft, ob sie den Namen des großen Dichters mit Recht tragen. Sowohl durch sein Alter als auch durch seine Sprache und dichterische Vollkommenheit verdient der Ṛtusaṃhāra⁴), »kurze Schilderung der Jahreszeiten«, den Werken des großen Dichters noch am ehesten zugerechnet zu werden⁵). In diesem Gedicht werden die sechs Jahreszeiten — Sommer, Regenzeit, Herbst, Winter, Tauzeit und Frühling — der Reihe nach in farbenprächtigen Bildern geschildert. Diese Schilderungen mit ihrer feinen Naturbeobachtung, dem liebevollen Eingehen auf das Tier- und Pflanzenleben und der glutvollen, oft üppigen Darstellung der Liebesfreuden in jeder der Jahreszeiten sind wohl des Kālidāsa würdig. Einige Proben nach der schönen Übersetzung von P. v. Bohlen mögen dieses Urteil erhärten:
Cites (1)
- Ṛtusaṃhāra — Kālidāsa, Sanskrit