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Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.89

Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.89

Language
German

v3.c21.s8.89

In manchen Handschriften wird auch das Ghaṭakarpara⁵), »der zerbrochene Topf«, dem Kālidāsa zugeschrieben. Es ist dies ein Gedicht von 22 kunstvoll gereimten Versen, in denen eine junge Frau beim Eintritt der Regenzeit ihrer Sehnsucht nach dem fernen Gatten Ausdruck gibt und ihm durch die Wolken Grüße sendet — also eine Art Seitenstück zum Meghadūta. Das Gedicht hat seinen Titel davon, daß der Dichter in dem letzten Vers sagt, er wolle jedem Dichter, der ihn in Reimen übertreffe, in einem zerbrochenen Topf Wasser reichen. Rückert¹ hat schon mit Recht gesagt, daß dieses »zerbrochene Gefäß«, wenn es ein deutsches wäre, »gar nicht des Aufhebens wert wäre«, und daß es in bezug auf Reime dem Nalodaya nicht das Wasser reiche. Sicher ist es nicht das Werk des Kālidāsa. Häufig wird es einem Dichter Ghaṭakarpara zugeschrieben, der dann (nach der Weise persischer Dichter) im Schlußvers seinen Namen verewigt hätte²).

Cites (2)