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Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.93

Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s8.93

Language
German

v3.c21.s8.93

Von dem Zeitalter des Kālidāsa dürften »die hundert Strophen« des Dichters Amaru³), das berühmte Amaruśataka⁴), nicht allzu weit entfernt sein. Nächst Kālidāsa wird kaum ein lyrischer Dichter von den Indern so geschätzt und auch von den Poetikern so oft als Muster angeführt, als Amaru. Ānandavardhana führt in seiner Poetik⁵) die Liedstrophen des Amaru als Beweis dafür an, daß ein Dichter auch in Einzelstrophen so viel Stimmung hineinlegen kann, daß jede Strophe wie ein größeres selbständiges Werk erscheine. Und ein anderer Lehrer der Poetik sagte: »Eine einzelne Strophe des Dichters Amaru kommt hundert größeren Dichtungen gleich.« Ein Beweis für die Beliebtheit von Amarus »Hundert«⁶) ist auch die Unsicherheit des Textes. Die vier Rezensionen weichen in bezug auf den Versbestand und die Reihenfolge der Verse voneinander ab. Außerdem finden wir in Anthologien Verse des Amaru, die in unserem Śataka nicht vorkommen, während umgekehrt Verse unseres Amaruśataka in Anthologien anderen Dichtern zugeschrieben werden¹).

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