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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s3.46

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s3.46

Language
German

v3.c22.s3.46

Ein Mittelding zwischen Kośa und Arthaśāstra ist der Lokaprakāśa des Kṣemendra. Nur ein kleiner Teil des Werkes kann als Wörterbuch bezeichnet werden, der größere Teil enthält vermischte Notizen über allerlei wissenswerte Dinge des täglichen Lebens. Aber auch die wörterbuchartigen Abschnitte beschäftigen sich mehr mit Wörtern und Sachen, die im wirklichen Leben, als solchen, die in der Litteratur vorkommen. Gerade dadurch ist das in einem Gemisch von Sanskrit, Persisch und Volksdialekt abgefaßte und schlecht überlieferte Werk von einiger Wichtigkeit. Der Verfasser nennt sich in der Einleitung einen Schüler des großen Weisen Vyāsa, was wohl nur eine Abkürzung von Vyāsadāsa, dem Beinamen des uns bekannten Kṣemendra, ist. Da aber in dem Werk mohammedanische Namen vorkommen und mehrfach der Schāh Jehān erwähnt wird, der 1628—1658 regierte, kann es in der Form, in der es uns vorliegt, nicht das Werk des Kṣemendra des 11. Jahrhunderts sein. Vielleicht ist ein älteres Werk dieses Kṣemendra im 17. Jahrhundert den damaligen Verhältnissen entsprechend umgearbeitet worden²).