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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.14

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.14

Language
German

v3.c22.s5.14

Ein umfangreicheres Werk als die bisher genannten Dharma-sūtras ist das Vaiṣṇava-Dharmaśāstra oder die Viṣṇu-Smṛti²). In dem einleitenden Abschnitt und in den Schluß-kapiteln stellt sich dieses Werk als eine Offenbarung des Gottes Viṣṇu hin, und das ganze Werk hat die Form eines Dialogs zwischen dem Gott Viṣṇu und der Göttin Erde. Doch sind das offenbar Zutaten eines zu einer viṣṇuitischen Sekte gehörigen Überarbeiters. Der Grundstock des Werkes ist ein altes Dharma-sūtra der zum schwarzen Yajurveda gehörigen Kāṭhaka-Schule. Die viṣṇuitische Bearbeitung, in der das Werk uns heute vor-liegt, kann nicht vor dem 3. Jahrhundert n. Chr. entstanden sein³). Hingegen dürften die ältesten Bestandteile des Werkes in eine sehr alte Zeit zurückgehen; denn die Texte der Kāṭhaka-Schule, mit welcher die Viṣṇu-Smṛti zusammenhängt, gehören zu den ältesten Resten der vedischen Litteratur.

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