Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.5
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.5
- Language
- German
v3.c22.s5.5
So bildet das am besten erhaltene Āpastambīya-Dharmasūtra¹), d. h. das Dharmasūtra »der Āpastambīyas« oder »der Schule des Āpastamba«, einen Bestandteil eines großen, zu einer südindischen Schule des schwarzen Yajurveda gehörigen Sūtrawerkes, des Āpastambīya-Kalpasūtra²). G. Bühler hat nachgewiesen, daß dieses Sūtrawerk aus sprachlichen³) und sachlichen Gründen nicht jünger als das 5. oder 4. Jahrhundert v. Chr. sein kann. Daß das Dharmasūtra in ein verhältnismäßig hohes Alter zurückreicht, wird auch dadurch wahrscheinlich, daß der schon im Śatapatha-Brāhmaṇa und in der Chāndogya-Upaniṣad erwähnte Ṛṣi Śvetaketu als einer der wenigen noch »in neuerer Zeit« geborenen Ṛṣis bezeichnet wird. Nach einer gut verbürgten und durch den Inhalt der Werke bestätigten Tradition ist aber die Āpastamba-Schule jünger als die ebenfalls im Süden Indiens ansässige und zum schwarzen Yajurveda gehörige Schule des Baudhāyana¹). Auch das Baudhāyana-Dharmaśāstra²) bildet einen Teil eines größeren Sūtrawerkes, zu dem auch Śrauta-, Gṛhya- und Śulva-Sūtras gehören. Während aber das Āpastambīya-Dharmasūtra sich in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten hat, ist dies beim Baudhāyana-Dharmasūtra nicht der Fall, sondern einzelne Abschnitte des uns überlieferten Textes sind sicher erst später hinzugefügt worden. Eine jüngere Schule als die des Āpastamba ist die des Hiraṇyakeśin; aber deren Dharmasūtra weicht nur ganz unbedeutend von dem Āpastambīya-Dharmasūtra ab.
Linked texts (2)
- Chāndogyopaniṣad — Sanskrit
- Śatapathabrāhmaṇa — Yājñavalkya & Śāṇḍilya (Vedic teacher), Sanskrit