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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s6.13

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s6.13

Language
German

v3.c22.s6.13

Ebenso wie Rechtssatzungen, so sind auch Ratschläge für das Verhalten der Könige, die ältesten Lehren über artha und nīti, in der Form von Memorialversen oder Sprüchen lange im Umlauf gewesen, bevor es noch eigentliche Schulen und Śāstras gegeben hat. Daher finden wir an vielen Stellen des Mahābhārata Dharma- und Nīti-Sprüche durcheinander³). Manche Stücke des Mahābhārata sind geradezu kleine Nītiśāstras oder Auszüge aus solchen⁴). Das Vorhandensein eines Arthaśāstra wird im XII. Buch des Mahābhārata sicher bezeugt. Hier wird erzählt, daß der Schöpfer Brahman selbst ein großes Lehrbuch in 100 000 Abschnitten verfaßt habe, in welchem der ganze trivarga erklärt worden sei. Zum Heile der Welt und zur Festigung des trivarga habe er die Wissenschaft von der Daṇḍanīti verkündet. Dann wird der Inhalt dieses Lehrbuches angegeben, der dem eines Arthaśāstra ziemlich genau entspricht. Dieses Lehrbuch der Nīti, heißt es weiter, habe zuerst der erhabene Śiva, der Großäugige (Viśālākṣa), gelernt und mit Rücksicht auf die Kürze des Lebens der Menschen abgekürzt. Diese Abkürzung (in nur 10 000 Abschnitten) lernte der Gott Indra und kürzte sie weiter auf 5000 Abschnitte ab. Diese neue abgekürzte Version, Bāhudantaka (von Bāhudantin, einem Beinamen des Indra) genannt, wurde wieder von Bṛhaspati auf 3000 Abschnitte gekürzt und Bārhaspatya genannt. Diese wurde schließlich von Kāvya (d. i. Uśanas) auf 1000 Abschnitte abgekürzt¹).