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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s8.23

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s8.23

Language
German

v3.c22.s8.23

Nach dem Vimānasthāna geschieht die Aufnahme des Schülers beim ärztlichen Lehrer mit religiösen Zeremonien nach Art des Upanayana beim Vedastudium. An den Jünger der Medizin werden hohe Anforderungen gestellt. »Mit ganzer Seele muß er um die Heilung des Kranken sich bemühen, und wenn sein eigenes Leben auf dem Spiel stünde, darf er dem Kranken kein Leid tun und nicht einmal in Gedanken dem Weib eines anderen zu nahe treten, noch auch seiner Habe.... Wenn er, von einem Bekannten und zum Eintritt berechtigten Mann begleitet, in die Wohnung des Kranken tritt, soll er wohlgekleidet, gesenkten Hauptes, nachdenklich, in fester Haltung und mit Beobachtung aller möglichen Rücksichten auftreten. Ist er drinnen, so darf Wort, Gedanke und Sinn auf nichts anderes gehen, als auf die Behandlung des Patienten und was mit dessen Lage zusammenhängt. Die Vorgänge des Hauses dürfen nicht ausgeplaudert, auch darf von einem dem Kranken etwa drohenden frühen Ende nichts mitgeteilt werden, wo es dem Kranken oder sonst jemand Nachteil bringen kann¹)«.