Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s8.63
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s8.63
- Language
- German
v3.c22.s8.63
Medizinisch-botanische Glossare, die den alten Namen »Nighaṇṭu« führen⁶), waren vielleicht schon in alter Zeit vorhanden; aber die uns erhaltenen Wörterbücher dieser Art sind nicht sehr alt. Zwar soll der Dhanvantarinighaṇṭu⁷) älter als der Amarakośa sein. Da aber in unserem Text das Quecksilber vorkommt, so läge uns zum mindesten das Werk nicht in seiner ursprünglichen Form vor. Im Jahre 1075 verfaßte Sureśvara oder Surapāla, Hofarzt von König Bhīmapāla von Bengalen, den Śabdapradīpa, ein Wörterbuch der medizinischen Botanik. Zwischen 1235 und 1250 schrieb der Kaschmirer Narahari sein Wörterbuch der materia medica Rājanighaṇṭu (oder Nighaṇṭurāja oder Abhidhānacūḍāmaṇi)¹. Jm Jahre 1374 schrieb Madanapāla den Madanavinodanighaṇṭu²), ein ausführliches Wörterbuch der materia medica (Aufzählung der Pflanzen, Tiere, Speisen und Heilmittel aller Art). Hierher gehören auch diätetische Wörterbücher wie Pathyāpathyanighaṇṭu von Trimalla, und medizinische Kochbücher. Alle medizinischen Wörterbücher sind in Versen abgefaßt. Im 19. Jahrhundert sind noch eine ganze Anzahl von Werken über materia medica sowohl in Sanskrit als auch in englischer Sprache erschienen³).
Linked texts (3)
- Rājanighaṇṭu (Nighaṇṭurāja, Abhidhānacūḍāmaṇi) — Narahari Paṇḍita, Sanskrit
- Tibetan translation ('Chi med mdzod) — Classical Tibetan
- Madanapālanighaṇṭu (Madanavinoda) — Madanapāla (Ṭāka), Sanskrit