Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s8.7
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s8.7
- Language
- German
v3.c22.s8.7
Für das hohe Alter der Heilkunde in Indien zeugt auch ihre häufige Erwähnung in der altbuddhistischen Litteratur. In der Buddhalegende begegnet uns oft der Kinderarzt Jīvaka, der in Taxila unter Ātreya Medizin studiert haben soll. Es ist wahrscheinlich, daß die berühmten »vier edlen Wahrheiten« von der Wissenschaft der Medizin hergenommen sind. Im Vinayapiṭaka werden eine Menge Medikamente aufgezählt, und Schwitzbäder, Aderlaß, chirurgische Instrumente, Brech- und Abführmittel u. dgl. werden erwähnt³). Die Gleichnisse vom Wundarzt im Majjhimanikāya (Reden 101 und 105) zeigen eingehende Beschäftigung mit der Chirurgie. Dem berühmten Nāgārjuna werden auch einige medizinische Werke zugeschrieben⁴). Auch in späterer Zeit haben sich die Buddhisten mit Vorliebe dem Studium der Medizin gewidmet. Das beweist der ausführliche Bericht, den I-tsing in seinem Reisebericht über die Medizin der Inder gibt, ebenso wie die Tatsache, daß so viele medizinische Werke ins Tibetische übersetzt worden sind¹).
Linked texts (2)
- Vinayapiṭaka — Pāli
- Majjhimanikāya — Pāli