Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s9.37
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s9.37
- Language
- German
v3.c22.s9.37
Unter den Astronomen, die nach Varāhamihira lebten, sind Brahmagupta und Bhāskarācārya die berühmtesten. Brahmagupta hat nach seiner eigenen Angabe seinen Brāhma-Sphuṭa-Siddhānta³) im Jahre 268 n. Chr. im Alter von 30 Jahren geschrieben. Nach späteren Kommentaren soll dieses Werk auf einem zum Viṣṇudharmottara-Purāṇa gehörigen Paitāmaha-Siddhānta beruhen. Es ist aber wahrscheinlicher, daß dieser kurze Prosatext ein Auszug aus Brahmaguptas Werk ist⁴). Der Brāhma-Sphuṭa-Siddhānta stimmt im allgemeinen mit seinen Vorgängern überein, und das System weicht nur in Einzelheiten von dem Sūrya-Siddhānta ab. Doch behandelt Brahmagupta den ganzen Stoff weit ausführlicher und methodischer als seine Vorgänger. Eigentümlich ist das 11. Kapitel, das sich ausschließlich mit der Kritik früherer Autoren, besonders des Āryabhaṭa, beschäftigt⁵). Einige Kapitel sind der Auflösung astronomischer Probleme gewidmet. Ganz hervorragend ist Brahmagupta als Mathematiker. Er ist auch der Verfasser eines Karaṇa, das den Titel Khaṇḍa-khādyaka führt und seine Rechnungen mit dem Jahre 587 der Saka-Ära (664 n. Chr.) beginnt. Dieses Karaṇa gründet sich aber nicht auf den Sphuṭa-Siddhānta des Brahmagupta selbst, sondern auf ein verloren gegangenes Werk des Āryabhaṭa¹), das sich enge an den Sūrya-Siddhānta anschloß.
Cites (5)
- Viṣṇudharmottarapurāṇa — Sanskrit
- Sūryasiddhānta — Maya, Sanskrit
- Brāhmasphuṭasiddhānta — Brahmagupta, Sanskrit
- Paitāmahasiddhānta (lost early version) — Sanskrit
- Khaṇḍakhādyaka — Brahmagupta, Sanskrit