Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s9.49
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s9.49
- Language
- German
v3.c22.s9.49
Von späteren astronomischen Werken sei als Beispiel eines aus Tafeln bestehenden Werkes erwähnt das Tithyādipatra des Makaranda³), im Jahre 1478 n. Chr. in Benares verfaßt. Das Werk ist noch heute in Indien beliebt und wird von Astronomen und Astrologen benützt. Ein heute noch viel gebrauchtes Karaṇawerk ist das Grahalāghava⁴) oder Siddhāntarahasya von Gaṇeśa, dem Sohn des Keśava, im Jahre 1520 n. Chr. verfaßt. Das letzte bedeutendere Werk der eigentlich indischen Astronomie ist der 1658 n. Chr. verfaßte Siddhāntatattvaviveka⁵) des Kamalākara, der zwar die persisch-arabische Astronomie kennt und manches aus ihr entlehnt, aber doch ein im wesentlichen auf dem Sūrya-Siddhānta beruhendes System entwickelt, wobei er gegen Bhāskara polemisiert. Im 17. Jahrhundert wurden auf Befehl des Königs Jayasiṃha von Jaypur arabische Werke ins Sanskrit übersetzt. Aber die alten indischen Werke über Astronomie haben ihre Autorität nie ganz eingebüßt, auch nicht seit der Bekanntschaft mit der europäischen Wissenschaft⁶).
Cites (4)
- Sūryasiddhānta — Maya, Sanskrit
- Siddhāntatattvaviveka — Kamalākarabhaṭṭa 1633, Sanskrit
- Tithyādipatra — Makaranda, Sanskrit
- Grahalāghava — Gaṇeśa Daivajña 1520, Sanskrit