Pramāṇa · Search · About · API

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s9.9

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s9.9

Language
German

v3.c22.s9.9

Das Jyotiṣa-Vedāṅga steht an der Grenze zwischen der vedischen und der von Thibaut so genannten »mittleren Periode« der indischen Astronomie, gehört aber doch mehr der letzteren an. Zur selben Periode gehören auch die folgenden Texte: die uns nur aus Zitaten bekannte Gārgī-Saṃhitā von Garga, der stets als eine hochangesehene Autorität in der Astronomie gilt⁴); die uns erhaltene Vṛddha-Garga-Saṃhitā, die zwar hauptsächlich über Astrologie handelt, aber auch Astronomisches enthält; ein Bruchstück des Pauṣkarasādin¹); der Nakṣatrakalpa und andere, allerdings hauptsächlich astrologische Pariśiṣṭas des Atharvaveda²); der Paitāmaha-Siddhānta, den wir nur durch die von Varāhamihira in seiner Pañcasiddhāntikā gegebene Darstellung seines Inhaltes kennen; und insbesondere das umfangreiche astronomische Upāṅga der Jainas, die Sūriyapaṇṇatti³). Auch die astronomisch-kosmologischen Abschnitte des Mahābhārata, der Purāṇas und des Mānava-Dharmaśāstra gehören hieher. Die Werke dieser »mittleren Periode« zeigen noch keinerlei Einfluß der griechischen Astronomie. In ihnen begegnet uns zum erstenmal die Lehre von den ungeheuer großen Zeitperioden, den 4 320 000 Jahre umfassenden Yugas und den aus 1000 Yugas bestehenden Kalpas, während ein »großes Yuga« (mahāyuga) in die vier Yugas, Kṛta-, Tretā-, Dvāpara- und Kali-Yuga, zerfällt, von denen jedes vorhergehende das nachfolgende an Vortrefflichkeit übertrifft.

Cites (7)